Buchrezesion: Detail in typography
23.10.08 - Buecher -
Das großartige Buch von Jost Hochuli ist eigentlich schon im Jahre 2005 erschienen. Leider bin ich erst durch die englische Ausgabe von „Das Detail in der Typografie“ darauf aufmerksam geworden.
Der Londoner Verlag Hyphen Press hat das Buch von Jost Hochuli ins Englische übersetzt und vertreibt es nun unter dem Titel „Detail in Typography“.
Wie der Titel schon erahnen lässt, behandelt das Buch die Mikrotypografie (Detailtypografie) und nicht Makrotypografie, wie Jost Hochuli bereits im Vorwort klarstellt. Mikrotypografie beinhaltet das Schriftbild, wie den Abstand zwischen Wörtern und Buchstaben, sowie Zeilenlänge. Makrotypografie hingegen bezeichnet das typografische Layout.
Als das Buch ankam und ich es ausgepackt hatte, war ich überrascht wie klein es ist. Auf nur 61 Seiten erklärt der Autor, was es alles zu beachten gibt, um einen Text so leserlich wie möglich zu gestalten. Die Kapitel behandeln die einzelnen Themen Buchstaben, Buchstabenabstand, Wörter, Wörterabstand, Zeilen und Zeilenabstand.

Was mir besonders an dem Buch gefallen hat, ist, dass jedes Kapitel gespickt mit treffenden Beispielen ist. Zusammen mit den kleinen Ausmaßen des Buchs stellt das aber auch eines größten Probleme dar. Der Text wird oft von Beispielen über mehrere Seiten unterbrochen.
Der Einband überzeugte mich vom ersten in die Hand nehmen an. Das normale Papier dagegen nicht. Für meinen Geschmack ist zu es gilblich.
Ein Punkt zum Leseprozess blieb mir besonders im Gedächtnis:
A line is perceived in a series of saccades, followed by a large saccade as the eye jumps back to the left to start the next line. Information is only absorbed during the fixed period.
Frei übersetzt bedeutet das folgendes:
Eine Zeile wird in einer Serie von schnellen Bewegungen des Auges wahrgenommen, gefolgt von einer langen Bewegung mit der das Auge zurück zum linken Anfang der nächsten Zeile springt. Informationen werden nur während den Bewegungen aufgenommen.
Fazit
All die Kritikpunkte können den sehr positiven Gesamteindruck nicht trüben. Nach dem Lesen überkommt einen auch etwas Wehmut, wenn man sich darüber klar wird was alles im Printbereich möglich ist und was man im Web nicht umsetzen kann.
